Aktuelles

Klingenthaler Berufsfachschüler melden sich zu Wort

Sehr geehrte Klingenthaler, sehr geehrte Leser der Freien Presse,

nach dem Vorfall der Sachbeschädigung am Gebäude der ehemaligen Agentur für Arbeit möchten wir, die Schüler der Klingenthaler Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau, einen Beitrag zur entstandenen öffentlichen Diskussion leisten.

Zuerst müssen wir betonen, dass unsere Abschlussfeier nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der entstandenen Sachbeschädigung steht. Wir selbst waren schockiert, als wir das Graffiti beim Aufräumen am Sonntag sahen (aufgrund der Aussage des Artikels in der Freien Presse vom 10.07.2026 müssen wir betonen, dass dies am Nachmittag desselben Tages vollständig abgeschlossen wurde und nicht "erst am vierten Tag mäßig beräumt").

Die Veranstaltung der Abschlussfeier wurde ordnungsgemäß angemeldet und die Verwaltungsgebühr nach Bestätigung das Ordnungsamtes vom 25.05.2026 fristgerecht entrichtet. Wie jedes Jahr bemühten wir uns um klare Kommunikation im Vorhinein mit den Nachbarn und haben uns gefreut dass viele Klingenthaler, auch spontan beim Vorbeigehen, das Fest besuchten.

Am Freitagabend fand auf dem Hof Konzert mit Live-Musik und Buffet, später Party und Tanz zu Musik eines Plauener DJs im Inneren des Wohnhauses statt. Am Samstagnachmittag und -abend gab es unter anderem interaktives Programm mit Instrumente-Ausprobieren und Volkstanz. Zum Zeitpunkt der Schmiererei, den frühen Morgenstunden des 05. Juli, war die Party längst vorbei; die letzten wachen Gäste haben sich im Inneren des Wohnhauses aufgehalten.

Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um ein paar persönliche Worte an alle Klingenthaler zu richten, die in den vergangenen Tagen ihren Unmut über uns geäußert haben. Wir sind eine sehr gemischte Gruppe unterschiedlicher Hintergründe, verschiedenen Alters, mit vielen verschiedenen Interessen und Meinungen. Eins haben wir gemeinsam und das ist das Handwerk und die vogtländische Tradition, mit der wir uns im Rahmen unserer Ausbildung hier mindestens drei Jahre beschäftigen und der wir viel - letztendlich unseren Beruf - zu verdanken haben. Auch als Zugezogene leben wir sehr gerne hier und bewundern die Heimatverbundenheit der Klingenthaler, wie sie Geschichten erzählen können, wie sie Musik machen und die Kultur wertschätzen, und sich Sorgen machen über die Zukunft der Stadt. Deshalb finden wir es wichtig, uns hier einzubringen und unseren Teil zum gesellschaftlichen Zusammenleben beizutragen. Die Art und Weise ist aber nicht einheitlich - die einen spielen in den verschiedenen Orchestern Klingenthals und Markneukirchens, die anderen vernetzen sich in den Kirchengemeinden oder in den Sportvereinen. Es gab Zusammenarbeit mit lokalen Veranstaltungsorten für kulturelle Veranstaltungen, wir vernetzen uns mit Musikern und Jugendlichen, die aus der Region kommen, haben musikalische Auftritte unterschiedlicher Genres auch bei privaten Anlässen, den Austausch mit traditionsreichen Handwerksbetrieben in Praktika o.ä. nicht zu vergessen! Wir bekommen immer wieder auch die Rückmeldungen, dass das Hoffest auch für Klingenthaler etwas ist, wo kulturell was geboten wird und wo sie sich einmal im Jahr drauf freuen! Wir würden uns wünschen, dass auch diese Seite anerkannt wird und wir nicht als wilde, randalierende Horde unzivilisierter Fremder dargestellt werden, mit denen man nicht interagieren kann.

Lasst uns in den Zeiten gesellschaftlicher Spaltung auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen und miteinander ins Gespräch kommen! 

 

Bis bald "im echten Leben" - "die Musikschüler"